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Das ist Romolus - mein Papa!

Schaut doch mal, diese Ähnlichkeit mit mir!!

Ist er nicht elegant, mein Papa?

Mein Papa in trauter Zweisamkeit mit meiner "Stiefmama" Ginger (könnte glatt meine echte Mama sein, wo ich doch auch Filablut in mir habe)

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Ein Spielchen mit seiner Ginger findet mein Papa toll....
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Ist es nicht unglaublich? Mein Papa hat so viel Ähnlichkeit mit mir. Die Fellfarbe, die Körperhaltung! Wir sind ganz aus dem Häuschen, dass es mein Papa Romolus jetzt auch so gut hat.

Aber vielleicht erst mal der Reihe nach. Frauchen hat damals, als mich mein vorheriger Besitzer loswerden wollte bzw. mußte die Papiere von mir mitbekommen und da stand in der Ahnentafel auch mein Papa drin. Romolus. Anfang 2005 hörte Frauchen davon, dass mein Züchter nun endlich "geräumt" wurde. Es wurden "nur" noch etwas mehr als 10 Hunde von Tierschützern herausgeholt, wo die anderen hingekommen sind, weiß keiner. Es waren vor 3 Jahren noch um die 40 Hunde dort. Das hat Frauchen zumindest damals vom zuständigen Tierheim Düren so erfahren. Bei der Räumung waren meine Kollegen in einem erbärmlichen Zustand. Die Ohren voller Milben und Entzündungen, die Krallen so lange, dass ein Laufen kaum möglich war. Alle waren abgemagert und in einem ganz schlimmen Zustand. Meinem Papa ging es auch nicht gut, jedoch besser als den anderen, weil er noch als Deckrüde "benutzt" wurde. Romolus kam zu Frank in die Fockenbachmühle. Frauchen erfuhr von der Räumung und telefonierte mit Frank. Als Frank von Romolus erzählte, ging Frauchen ein Licht auf und sie erinnerte sich an den Eintrag in der Ahnentafel. Da wußte sie, dass es mein Papa war! Es gibt schon komische Zufälle. Es sollte noch 1 Jahr dauern, bis Romolus endlich auch eine eigene Familie bekam. Auch Frauchen hatte ihn auf ihrer Notseite www.molosser-in-not.de. Dort bei Frank wurde Romolus zwei Augenspezialisten vorgeführt, weil er ganz arge Probleme hatte. Beide Fachleute waren sich einig, dass mein Papa nicht mehr viel sieht und dass die Ursache dafür ein derber Schlag in früher Jugend auf den Kopf gewesen sein muss, der den Sehnerv zerstörte. Anfang diesen Jahres wurde Romolus an eine Familie in Norddeutschland vermittelt. Das neue Frauchen hatte ihn zuerst auf www.molosser-in-not.de gesehen und sie konnte diesen Hund nicht vergessen. Als Romolus dann auch noch in der WDR-Sendung "Wir suchen ein Zuhause" vorgestellt wurde, war es um sie geschehen. Sie holten ihn nach Norddeutschland. Dort lebt er nun mit einer Filahündin und vielen anderen Tieren zusammen. Er wird verwöhnt und geniest sein Leben in vollen Zügen. Romolus Frauchen und Herrchen haben schon mehrmals mit meinem Frauchen telefoniert bzw. gemailt. Frauchen sagt, es ist unglaublich, wieviele Ähnlichkeiten man so finden kann. Romolus hat Hautprobleme, wie ich zu Anfang auch. Ebenso hat er Probleme mit der Verdauung, die sich in Durchfällen äußert. Schlimm ist es bei Aufregung, das war bei mir genau so. Ebenso hat er Zwischenzehenekzeme, wie ich sie auch lange Zeit hatte, bis ich von der Tierheilpraktikerin behandelt wurde. Frauchen hat auch eine Reihe von Ähnlichkeiten im Verhalten erkennen können. Z. B. hat auch mein Papa irgendwie Ähnlichkeit mit einem Walroß, zumindest was seine Stimme angeht. Mein Papa liebt - wie ich - trockenes Brot.

Was auch witzig ist, dass mein Papa sich im neuen Zuhause völlig anders verhält als bei Frank in der Pflegestelle. Mein Papa engagiert sich nämlich im neuen Zuhause als Wachhund für das Gelände, während er bei Frank immer sehr freundlich war bei allen Fremden. Das hat er ja nun nicht mehr nötig, es kann ja kein potentielles Herrchen bzw. Frauchen mehr dabei sein, denn die hat er ja schon. Auch ist mein Papa gar nicht futterneidisch. In der Pflegestelle waren ihm einfach zu viele Kollegen. Jetzt hat er "nur" seine geliebte Frau, die Filadame Ginger. Mit ihr teilt er gerne. Jetzt machen meinem Papa auch Spaziergänge richtig Spaß und er findet sein Herrchen ganz toll, obwohl er normalerweise eigentlich lieber die weiblichen Zweibeiner hatte.

Sein Herrchen Mario ist richtig verliebt in meinen Papa. Er schreib meinem Frauchen eine gaaaaanz lange Mail. Ich glaube, das ist die längste E-Mail, die mein Frauchen je von einem Mann bekommen hat. Normalerweise sind unsere zweibeinigen Geschlechtsgenossen doch recht schreibfaul. Aber da sieht man mal wieder, wie die Liebe zu uns Faltendackeln einen Menschen zu richtigen Schriftstellern werden läßt.

Anfang
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Im Januar 2006 haben meine Frau und ich den Romolus im Tierheim Fockenbachsmühle abgeholt. Dort hat er sich mit Pferden, Ziegen und einem Esel einen geräumigen Auslauf geteilt. Bei unserer Ankunft zeigte er sich sehr neugierig, aufgeschlossen und äußerst freundlich. Die damaligen Pflegeeltern erzählten uns die traurige Geschichte dieses freundlichen Hundes. Im Tierheim Fockenbachsmühle ist er seit ca. Febr./März 2005. Er stammt aus einer verwahrlosten Zuchtanstalt. Dem Züchter wurde ein Tierhaltungsverbot auferlegt. Romolus wurde beschlagnahmt und ins Tierheim gebracht. Auf Grund seiner kranken Augen musste er stündlich Tropfen bekommen.

Nachdem wir uns, das heißt, meine Frau, meine Fila Hündin Ginger und ich, mit diesem erhabenen Hund bekannt gemacht hatten und auch feststellten, dass zwischen den beiden Hunden eine gewisse Zuneigung bestand, holten wir nun unseren Romolus am nächsten Tag ab. Die Fahrt zu uns nach Hause ins ca. 550 km entfernte Schleswig Holstein verlief sehr ruhig und gelassen. Romolus saß fast durchgehend hinten in unserem VW Bus und schaute aus dem Fenster. Hinlegen mochte er sich nicht. Dafür, dass dieser Hund so gut wie nie in seinem leben Auto gefahren ist, ertrug er die 6 stündige Fahrt wie einer, der schon immer auf der Autobahn unterwegs war.

Sein neues Zuhause ist nun auf einem alten holsteinischen Bauernhof. Wir betreiben hier keine aktive Landwirtschaft, sondern erhalten einige alte vom Aussteben bedrohte Haustierrassen wie das Schleswiger Kaltblut, das Angler Sattelschwein und die Emdener Gans. Es dauerte nicht lange, vielleicht eine Woche bis sich unser "Neuer" ganz zu Hause fühlte. Nach nur wenigen Tagen hielt dieser ehemaliger Zwingerhund und zuletzt als tagsüber Draußenlebender es nicht mehr für nötig, meine Frau oder mich mit nach draußen zu begleiten, wenn es nur den Anschein von Regen, Kälte oder Schnee gab. Unser gnädiger Herr hat gleich am ersten Tag unser großes Hundesofa für sich beschlagnahmt. Das steht in unserem Bücherzimmer, in dem auch ein großer warmer Kachelofen steht. Hier wird nach dem Essen und auch sonst tagsüber ein Nickerchen gehalten. Das Zimmer ist zentral gelegen, hat drei Türen und man hat einen freien Blick auf unsere Dielentür. Direkt neben unserer alten Bauernküche gelegen, verpasst man auch keine Mahlzeit. Das Öffnen des Kühlschrankes ist wohl sein Lieblingsgeräusch geworden. Ich habe nun das Glück, meine Geschäfte als selbständiger Transportunternehmer von zu Hause erledigen zu können. Mein Büro ist in der alten renovierten ehemaligen Bauerndiele. Mit einem riesigen verglasten Dielentor, vom dem man unseren Hof und den gegenüberliegenden Bauernhof einblicken kann. Nichts ist spannender als vorbeikommende Menschen unterschwellig anzuknurren. Dies hat ihm unsere Fila Hündin beigebracht. Vorher hatte er keine Wachhund-Ambitionen, jetzt passt er sehr genau auf, wer vorbei kommt, wer fremd ist und wer sich merkwürdig benimmt. Auf Grund meinen Geschäftes kommen täglich ein oder mehrere angestellte Fahrer ins Büro. Jeder muss an unserem Wachhund vorbei, wird kurz angeknurrt, einer genauen Geruchsprobe unterzogen und darf dann passieren. Als Wegezoll werden dann anschließend ein paar Streicheleinheiten abgefordert. Kommt jemand im Anzug, dann wird zusätzlich noch die gute Hose des Besuchers angesabbert, um zu sehen wie dieser Mensch zu großen Hunden eingestellt ist.

Ich habe in meinem Leben schon immer mit großen Hunden zu tun gehabt. Angefangen mit dem Deutschen Schäferhund, dann einen Rottweiler, dann der Wechsel zu richtigen Hunden, zu meinem geliebten Bullmastiff Mojo, der leider vor einigen Monaten an Krebs gestorben ist, dazu noch unsere Fila Hündin Ginger, jetzt zusätzlich unseren sympathischen Mastino Romolus. Eigentlich hat meine Frau Isabell den Romolus aus dem Internet ausgesucht. Hier haben wir ihn gefunden unter "Mastino in Not". Von diesen vielen Hunden, die mich in meinem Leben begleitet hatten, war keiner so wie dieser knuffige Romolus. Keiner hatte so einen starken Charakter, bzw. so einen Dickkopf. Kein Hund hatte so eine offensichtliche Persönlichkeit, niemand war so verlässlich, so vorhersehbar. Romolus kann reden, er sagt uns ganz unmissverständlich, so jetzt will ich raus oder essen, oder auf Sofa o.ä. Das soll nicht heißen, das die anderen Hund keine Persönlichkeiten waren. Unser Bullmastiff konnte sich auch sehr genau mitteilen. Unsere Fila Hündin ist eifersüchtiger wie jede liebende Frau. Aber ein Mastino ist eben anders. Ausdruckstärker, persönlicher, unmissverständlicher. Er ist sehr anpassungsfähig, vielleicht mehr als alle unsere anderen Hunde. Er weiß was er will, wie er es will und wann er es will. Eben auf Mastinoart. Klar, deutlich und für jeden verständlich. Ich möchte mal behaupten, dass ich Ahnung von Hunden habe, dass ich hier in unserem Rudel der "Leitwolf" bin, und dass Romolus mein Freund ist, weil er mich mag und er es gut bei mir hat. Er bekommt stündlich zwei verschiedene Augensalben. Da hält er still und lässt alles mit sich machen. Doch nicht, wenn er auf seinem Sofa liegt, sein Mittagsschläfchen hält. Dann will er von Augensalbe oder Ohrentropfen nichts wissen. Dies zeigt er mir unmissverständlich, so dass ich mich aus stategischen Gründen höflichst verabschiede, ohne dabei mein Gesicht zu verlieren. Auf der anderen Seite heult er wie ein Kleinkind, wenn ich ihn mal zu Hause lassen muss oder wenn er mit mir spielen will und ich keine Zeit habe. Sensibel, empfindlich und liebebedürftig. Man kann gar nicht genug Worte finden, um diesen sanften Riesen gebührlich beschreiben zu können. Man muss ihn erleben. Seit neuestem möchte er massiert werden. Da sind wir durch Zufall drauf gekommen. Ich hatte unserem Romolus nach einem Spaziergang den Rücken, die Schultern und den Hals massiert. Das fand er so toll, dass er jetzt gelegentlich ankommt und seine Massage haben will.

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Ende

Am 24.12.07 erhielt Frauchen eine ganz traurige Nachricht! Romolus - mein Papa - ist tot!!

In einer Mail vom 24.12.07 beschreibt sein Herrchen das Zusammenleben mit Romolus. Ausserdem schickte er ein Bild mit, auf dem man ganz deutlich sieht: Romolus ist mein Papa!!

Anfang
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Dieses Jahr ist für uns ein trauriges Jahr. Unser geliebter Romulus ist jetzt im Himmel. ...

Bis zum Schluss hatte er seine Persönlichkeit und seinen ausgeprägten Charakter. Romulus war einfach erhaben über alles. Seine majestätische Haltung war einmalig. Er war mehr als nur ein Kumpel für mich. Ich habe noch nie so einen Hund gesehen, der so klar, so verlässlich und so anständig war. Am Anfang war es ja eigentlich der Hund meiner Frau. Aber nach ein paar Monaten hat er seine Stellung in der Rangfolge unseres Rudels gewechselt. Romulus war der Meinung, dass er nur noch mich als Rudelführer anerkennt. Meine Frau hat sich untergeordnet und alles war in Ordnung. Sie war dann nur noch "Futter-Mutter". Das alles lief ohne Groll und ohne Aggressionen ab. Romulus hat dann meiner Frau nur noch aus Höflichkeit gehorcht. Man konnte an seinem Gesicht ablesen, dass er der Stellvertreter vom Chef war. Was hatten wir für eine schöne Zeit mit diesem wunderbaren Hund. Man (ich) konnte sich mit ihm verständigen. Romulus hatte gelernt zu reden und ich hatte gelernt zu zu hören. Wir haben uns auf ganz besondere Art und Weise unterhalten. Nachdem Romulus mein Stellvertreten wurde, hatte ich ihn auch täglich mit. Der Hund, der ursprünglich kein Auto fahren wollte, war vernarrt ins Fahren. Je länger, je lieber. Ich hatte dazu extra aus meinem Toyota Landcruiser die hintere Sitzbank ausgebaut, damit beide Hunde reichlich Platz haben.

Er war nur kurze Zeit bei uns. Aber diese Zeit haben wir beide sehr genossen. Romulus durfte endlich der Hund sein, der er schon immer war. Groß, erhaben, freundlich, liebevoll und sehr verschmust. Er war der beste Freund den man sich vorstellen kann. Ich bin immer noch sehr in Trauer über diesen freundlichen und höflichen Riesen.

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Ende