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Hessische Landesmeisterschaft Obedience in Darmstadt-Arheilgen am 10./11.06.06

In einem Satz zusammengefasst: "Es war affenartig heiß und die Konkurrenz war gross".

Also Ihr merkt schon, wir sind nicht wirklich zufrieden.

Aber der Reihe nach. Frauchen hat sich spontan aus einer Laune heraus kurz vor Meldeschluss (22.05.06) dazu aufgerafft, uns für die Landesmeisterschat zu bewerben. Also 3 Wochen vor der LM. Da war es noch sehr kalt. Es sah auch nicht nach Wetterbesserung aus, damals! Und ausserdem hatte Frauchen nicht wirklich damit gerechnet, dass wir zu den 12 besten Bewerbern unserer Klasse gehören. Immerhin war es ja eine Landesmeisterschaft. Aber doch, wir waren dabei. Von den Punkten her sogar auf Platz 6!

Am Pfingstwochenende fand das Probetraining auf dem Prüfungsgelände statt. Frauchen dachte sich, sie könnte 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, fuhr mit uns also nach Hessen. In Wiesbaden schauten wir uns ein Auto an. Doch das wird nicht unser Auto werden. Zu dunkel von der Farbe und aussen voller Kratzer, keine Checkhefteintragungen.... Anschließend waren wir am vorgesehenen Prüfungsplatz, nur niemand war da. Komisch! Frauchen guckte noch x-dutzend mal auf die Einladung, da stand 4.6. ab 15 Uhr. Es war doch 15 Uhr. Irgendwann kam eine junge Frau, die auch zum Verein gehörte, die wußte von nix, wunderte sich ebenfalls. Es dauerte eine Weile, bis es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Es war nicht der 4.6. sondern erst der 3.6. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Frauchen hat sich im Tag geirrt. Tzzz, tzzz!! Typisch Mensch. Die nette Vereinsfrau ließ uns so ne halbe Stunde am Platz üben. Halt alleine. Zum Abschluss noch eine Sitz-Übung mit dem Hund der netten Frau. Dann fuhren wir wieder heim.

Das fing also schon mal schlecht an. So ähnlich ging es dann weiter. Ab Mittwoch wurde es schlagartig wärmer. Von durchschnittlich nicht mal 15 Grad stiegen die Temperaturen innerhalb 3 Tagen auf 25 Grad und Dauersonnenschein. Einfach zum Verrücktwerden. Frauchen überlegte hin und her. Sollte sie überhaupt hin, sollte sie absagen. Aber Landesmeisterschaft!! Stellt Euch das vor. Die Gelegenheit wird sich nicht mehr so oft ergeben. Da kann ich Frauchen durchaus verstehen. Also sagte sie, wir gucken mal, welche Startnummer wir ziehen (Losverfahren) und dann sehen wir weiter. Aber so bescheuert wie alles angefangen hat, konnte das ja nicht gut gehen. Frauchen zog die Startnummer 22 und wir waren damit die 11. Starter unserer Klasse. Da die Klasse 1 (unsere Klasse) am Sonntag-Früh dran sein sollte, waren also 10 Starter vor uns und Frauchen befürchtete, dass es schon sehr heiß sein würde. Nun erzählte ihr der Wolfgang (der Manager der Meisterschaft) aber, man würde um 8 Uhr morgens anfangen und pro Stunde mind. 4 - 6 Leute drannehmen können. Da keimte Hoffnung in Frauchen auf und sie beschloss, doch teilzunehmen. Bereits am Samstag kamen die Gruppenübungen. Ich stand mal wieder zwischen zwei kläffigen Kollegen, die mich sahen und sofort loszeterten. Die Besitzer übten direkt vor der Gruppenarbeit schon mal mit uns und so beruhigten sich die Kollegen schnell. Zum Glück. Mir war ganz anders. Bei der Gruppenübung Sitz und Platz war ich deshalb auch ganz brav und hielt tapfer durch. Das war ja eine an sich einfache, nicht anstrengende Sache. Einer meiner Nachbarn stand bei beiden Übungen auf und marschierte zum Frauchen, vielleicht hatte er ja doch Schiss vor mir?? Ich war sogar ganz leise, nur beim Platz entfuhren mir einige winzige Protestlaute....

Wir wurden belohnt und bekamen je 10 Punkte (also Höchstpunktzahl). Für Samstag hatten wir es damit und waren seeeehr zufrieden. Wenn's morgen so weitergeht....

Eine weitere Panne gabs gleich im Anschluss. Frauchen hatte vergessen, das Licht am Auto auszumachen, nun war die Batterie alle. Jetzt mussten wir erst mal jemanden anheuern, der unserem Auto wieder Saft spendete. Das klappte zum Glück schnell. Frauchen guckte noch einige Prüflingen zu, wir gingen auch noch mit dem Bulldogg-Rüden Otto Gassi, der auch schon in Bockenheim dabei war. Wir verstanden uns eigentlich gleich recht gut, nur spielen wollte er nicht mit mir. Ihm war wohl zu warm, ich ihm zu groß oder was auch immer.

Sonntags gings gleich weiter mit den Widrigkeiten dieser Prüfung. Auf den Weg nach Arheilgen war so kurz vor 8 Uhr morgens plötzlich die Autobahn total gesperrt. Nix ging mehr. Frauchen rief schon beim Wolfgang an und informierte ihn, dass wir vielleicht nicht pünktlich kommen konnten. Nach ca. 15 Minuten kam heraus, dass aufgrund einer Baumassnahme der Autobahn für ca. 30 Minuten total gesperrt worden war. Und wir wollten es gar nicht glauben, kurz nach 8 Uhr ging es wieder weiter. so um 8:30 Uhr waren wir am Ziel. Und statt wie erwartet bereits mitten ins Geschehen zu kommen, fing das Richten gerade erst an. So kam, wie es kommen musste, wir konnten erst gegen Mittag starten. Es war in der Sonne sehr heiß. Im Schatten war es erträglich und windig, aber dort auf dem Platz stand die Hitze und man wurde binnen kurzer Zeit zum Grillhähnchen. Da half es auch nichts, dass Frauchen mich vorher noch ordentlich "wässerte". Ich hatte keine Bock auf Fußlaufen und lief unkonzentriert und recht lustlos mit. Am Ende hoffte ich in den Schatten des Richterzeltes laufen zu können. Nix da, Frauchen beorderte mich zurück. O.k. dann kamen die schöneren Prüfungsteile. Eigentlich gelang uns alles recht gut, nur beim Platz aus der Bewegung hörte ich Frauchen nicht richtig, blieb mal lieber stehen und hoffte auf deutlichere Anweisungen. Statt dessen lief Frauchen einfach weiter. Mist! Hätte sie mir mal einen weiteren Hinweis gegeben, so aber gabs 0 Punkte.... Beim Sprung über die Hürde sprang ich krumm und Frauchen dachte schon, ich würde auf dem Rückweg die Abkürzung nehmen und einfach an der Hürde vorbeilaufen. Aber nachdem Frauchen so lieb war, die Hürde nur auf 40 cm stellen zu lassen (wegen meiner desolaten Haxen), konnte ich sie doch nicht enttäuschen. So wurde nur der Punkt für das niedrig stellen der Hürde abgezogen. Auch das Apportieren klappte gut, nur war ich der Richterin (Birgit Funk, eine echt Nette) auf dem Rückweg zu langsam. Die hat gut reden. Bei der Hitze. Alles in allem schafften wir noch ein vorzüglich. Ohne unsere Nullrunde wäre das alles ganz anders gekommen. Na gut, die Fußarbeit trug auch dazu bei, dass uns doch einige Punkte fehlten zu einem richtig guten Ergebnis. Auch wenn Frauchen nicht zufrieden war, so war die Richterin doch begeistert von meinem Temperament und von mir Faltendackel überhaupt. Es gab für uns einigen Applaus (z. B. beim Heranrufen und beim Zurücksenden zur Leine). Also ich bin mit mir angesichts der hohen Temperaturen sehr zufrieden und Frauchen soll halt einfach in Zukunft mit mir nur noch in hitzearmen Zeiten wie frühes Frührjahr und späten Herbst starten. Deutschlich gemacht habe ich ihr das schon oft genug und sie wird es noch lernen, da bin ich ganz zuversichtlich!!

Man muss sagen, die anderen waren alle ganz toll. Ein Border Collie in unserer Klasse lief derart perfekt, dass er auf 308,5 Punkten kam (von maximal 320). Respekt! Das wurde auch der Landessieger in der Klasse 1. O.K., er konnte auch gleich früh um 9 Uhr laufen, da war es noch kühl, aber eine derart hohe Punktzahl bleibt für uns vermutlich für immer unerreichbar.....aber was solls, essen kann man diese Punkte eh nicht und somit sind sie nicht wirklich etwas wert, oder???

Am Erstaunlichsten waren die Leistungen der Klasse 3. Also ich muss sagen, das wäre nix für mich. Dieses ewig lange Fußlaufen, dieser Richtungsapport, das Schicken in die Box usw. Neeee, dazu fehlt es mir doch an Arbeitswut......

Hier das "amtliche" Blatt mit den Bewertungen

Leistungsheft

Urkunde

Bilder (fotografiert von ?? ja, wer war das noch...)

 

  Irgendwie gab es keine weiteren Bilder von der Prüfung. Ihr müsst Euch also mit "danach" zufrieden geben. Frauchen sagte, als sie die Bilder sah: "Angeber". Gemein, oder?? Man darf doch auf seine Triumphe stolz sein...
Ich mit meiner Medallie
vergrößert!
so, nun ist aber genug, ich muss mich erholen