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Obedienceprüfung in Frankfurt-Bockenheim 25.03.06

Es war mal wieder so ein Tag (ein Samstag). Früh raus. Frauchen war total unruhig und nervös. Nach einem kurzen Morgenspaziergang gabs (zumindest für mich) nur ein spärliches Frühstück. Berta dagegen hat ganz normal zu Essen bekommen. Oh, was hatte das nur zu bedeuten.

Gestern war schon so ein komischer Tag. Da waren wir wieder mal beim Tierarzt. Mir ging es nicht so gut, ich hatte Durchfall. Und da es doch plötzlich recht warm geworden war, bekam mein (leicht hysterisches) Frauchen Angst, es könnte mir ernsthaft etwas fehlen. So wurde beim Doc mal wieder Fieber gemessen, Herz abgehört, Blutprobe entnommen und dann kam diese komische Aktion auf dem hohen Tisch. Die durften mich zu zweit auf einen Tisch wuchten und ich wurde an der rechten Brustseite rasiert (Mensch, wie sieht das denn aus?) und dann musste ich ganz still liegen, während so ein komisches Ding an meiner rasierten Brustseite entlangfuhr. Am Ende war Frauchen aber sehr erleichtert. Mein Herz sei komplett gesund. Sie hatten ein sog. Herzultraschall gemacht und das sei einfach nur perfekt gewesen. Ich bekam dann wegen meiner Darminfektion noch zwei Spritzen. Nachts musste ich auch schon nicht mehr raus.

Aber zurück. Also wir fuhren heute nach Frankfurt-Bockenheim wieder zu einem Obediencetunier. Frauchen hatte jedoch keinen Platz mehr bekommen und wir standen auf der Warteliste. Es wurde sehr spannend. Durften wir nun starten oder nicht? Für Sonntag hatten wir einen festen Platz, doch Frauchen wollte lieber heute starten, weil die Prüfung anders bewertet wird.

Eigentlich sollten auch zwei Vereinskollegen mitmachen. Doch die waren um 9 Uhr noch nicht da, waren per Handy nicht erreichbar. Die Veranstalter waren total lieb und warteten. Tatsächlich trafen die beiden irgendwann so um 9:30 ein. Das Navigationssystem hatte versagt und sie waren eine Stunde hilflos in Frankfurt rumgegurkt. Sie konnten gar nicht glauben, dass sie noch starten durften. So und was war nun mit uns? Tatsächlich fehlte immer noch ein Teilnehmer und kurz danach kam dann die Meldung, dass auch wir laufen dürfen.

Ich hatte auch für diesmal beschlossen, dass Frauchen etwas lernen musste. Sie war die letzten Wochen doch etwas ungeduldig mit mir. Vor allem hat sie es wirklich geschafft, mir mit so verschiedenen Provisorien den Hürdensprung zu vermiesen, den ich eigentlich nie üben musste und immer schon gut konnte. Diese Übung hatten wir verstärkt geübt, aber diese doofen Konstruktionen irritieren mich sehr. Also einfach so ne Stange zwischen zwei Plastiktonnen und so. Igitt, Frauchen war teilweise echt eckelig zu mir. Das konnte ich so nicht hinnehmen. Ähnlich war es bei der Übung mit dem Platz aus der Bewegung. Frauchen muss da ja weiterlaufen und um mich herum. Im Training habe ich oft eine bequemere Position eingenommen, damit ich besser sehen konnte, wenn sie von hinten kam. Da war sie im Training in den letzten Wochen ziemlich ungehalten. Auch dieses Verhalten musste verbessert werden (bei Frauchen, meine ich natürlich). Oder diese Geschichten mit dem Abliegen und Absitzen. Wir - die Vierbeiner - sitzen oder liegen eine zeitlang, während unsere Zweibeiner im Abstand von 20 m warten. Ich habe diese Übungen schon immer gehasst, kann ich Euch sagen. Und diesmal musste ich meinem Ärger richtig deutlich machen. Das war sowieso die erste Übung, die macht man in der Gruppe gleich morgens. In meiner Gruppe waren noch ein Westi, ein anderer kleiner Rassehund (verflixt, ich kann das nicht schreiben, es wird "Tschizu" gesprochen) und ein Hovawart. Die waren alle soooo brav, ich dagegen war wütend und bellte und jaulte. Es half jedoch nix. Mein Frauchen blieb einfach stehen. Der Richter war nett und gab uns trotzdem 9 Punkte. Um die Mittagszeit kam die Einzelbewertung. Frauchen meinte, dass es ein Tunier sei, indem besonders viele kleine Hunde dabei waren. Also die beiden in meiner Gruppe, dann bei den Beginnern ein Franz. Bulli, der Otto und der Toy-Pudel Kessi der Vereinskollegin und zu guter Letzt in Klasse 2 der Jagdterrier der Veranstalterin Conny. Dieser Otto, der kleine Wicht, hat es meinem Frauchen angetan.

So, also nach einiger Zeit des Wartens waren wir dran. Erst mal zum Wetter. Frauchen hat ihr Versprechen vom letzten Jahr gehalten. Es war diesmal passabel. Wolkig, ca. 15 Grad. Kein Regen, keine brütende Hitze. Na gut, letzteres ist Ende März eher unwahrscheinlich. Obwohl, also als wir dran waren, stach es schon heftig vom Himmel. Morgens hatte es noch genieselt, so dass es nun bei Sonnenschein etwas drückend war. Aber gut, man darf seine Ansprüche nicht übertreiben.

Frauchen hatte bei den anderen Hunden zugeschaut und wurde immer nervöser. Sie meinte, so streng wie der Richter die Fußarbeit bewertet, da hätten wir nie ne Chance. Das wollen wir doch mal sehen. Also ich fand es heute echt o.k. So lief ich ordentlich mit, sowohl an der Leine, als auch ohne. Es muss richtig schön ausgesehen haben und Frauchen hat wohl - ausnahmsweise - auch keine Fehler gemacht. Somit wurden es 9,5 für die Leinenführigkeit (wie die Menschen das nennen) und 10 Punkte für die Freifolge. Da war Frauchen baff. Aber dann kam die Lektion für Frauchen. Beim Platz aus der Bewegung meinte sie erstens, ich bräuchte eine Sichtzeichen (als ob ich taub wäre, na gut, scherhörig, aber nicht taub, das sei mal betont). Außerdem machte ich mal ganz gemütlich Platz und dann drehte ich mich auch. Ätsch Frauchen, das hast Du nun von Deiner Ungeduld beim Training! "Nur" 7 Punkte. Als nächstes kam das Heranrufen. Das hatten wir beide in letzter Zeit mit viel Gaudi und Spaß geübt, dafür mußte ich Frauchen heute nun belohnen, es gab dafür 9,5 Punkte. Das Zurücksenden zur Leine fand ich heute doof. Ich weiß doch, dass kein Leckerli bei der Leine liegt, Frauchen sollte sich anstrengen und musste mich noch zweimal dazu auffordern, ehe ich mich zur Leine bequemte, das gab auch "nur" 7 Punkte. Dann kam meine wichtigste Lektion für Frauchen, die Hürde. Sie gab mir viel zu wenig Anlaufsmöglichkeit. Klar, die Hürde war nicht hoch, aber ich sagte ja, es sollte eine Lektion für Frauchen sein. Der Richter war nett und es wurden wegen meiner Hüftprobleme zwei Bretter runtergenommen, die Hürde war also nur 40 cm hoch. Doch beim Rücksprung blieb ich hängen (absichtlich, das muss ich hier betonen) und zusätzlich kam ich krumm vor Frauchen zum Sitzen (das war nicht Absicht, aber es fiel noch ein Brett mit runter, über das ich fast stolperte). Bähhh! Nun haste den Salat. Das gab auch nur 7 Punkte. Die Distanzkontrolle klappte soweit gut, nur wieder glaubte Frauchen mir eine unerlaubte Führhilfe geben zu müssen, also gabs halt "nur" 8,5 Punkte. Da die Übungen mit verschiedenen Faktoren multipliziert werden, kommt eine Punktebewertung heraus, die man erst mal nicht versteht....Alles in allem waren es 281,5 Punkte, ein Vorzüglich und am Ende der 2. Platz nach dem Hovi (der hatte nur 2 Punkte Vorsprung). Frauchen kann zufrieden mit mir sein und hat hoffentlich gelernt, alles etwas lockerer zu sehen, denn manchmal hat ihre schlechte Laune in letzter Zeit schon genervt. Aber ich kann Euch verraten, meine Taktik ist aufgegangen. Sie hat mir auf der Rückfahrt versprochen, in Zukunft cool zu bleiben. Ach, da freue ich mich schon drauf, dann macht das Training wieder richtig Spaß.

Auch dieser Richter, wieder mal ein Niederländer, war von uns angetan und meinte, wir seien eine tolle Werbung für meine Rasse. Also genau das, was Frauchen auch immer will. Positiv auffallen, damit die Leute nicht immer an die "bösen Kampfhunde" denken, wenn sie uns sehen, sondern an die tollen Hunde in einem Sport, indem es wichtig ist, dass der Hund auch ohne Leine freudig mitmacht und vor allem den Menschen und Kollegen gegenüber freundlich entgegen tritt. Immerhin sind wir die meiste Zeit ja ohne Leine und könnten schon Blödsinn machen, wenn wir wollten.

Nachmittags guckten wir bei den anderen zu. Vor allem die Klasse 2 interessierte Frauchen. Das ist ja die Klasse, in der wir bereits starten dürften. Aber Frauchen wird uns noch Zeit lassen, denn es gibt da schon so einige Fiesheiten, die für mich einfach noch nix sind. Z. B. das Abliegen außer Sicht. Ätzend! Oder das Ranrufen mit Zwischenstopp. Ich finde doch nie meine Bremse...... oder das freie Schicken in die Mitte der sog. Box (Viereck 3x3 m aus 4 Pylonen). Ich weiß einfach nicht, warum ich mich da erst in die Mitte stellen soll. Aber gut, wir können ja nun in Ruhe üben.

Während wir so zuschauten, wurden wir natürlich ganz oft angesprochen. Alle wollten mich streicheln, was ich auch schamlos ausnutzte. Frauchen war immer leicht unruhig, dachte sie doch, ich könnte Panik bekommen. Aber warum sollte ich denn, es waren doch alles nette Menschen.

Zufrieden und müde fuhren wir abends heim. Allerdings hat Frauchen beschlossen, Berta wieder aus der Frührente zu holen. Sie meint nämlich, dass sie an sich noch üben muss, also ihre unerlaubten Führerhilfen abbauen und auch ihre Aufregung in den Griff bekommen und ähnliches. Und da soll Berta gefälligst auch mithelfen. Sie muss ja nicht irgendwelche Höchstleistungen bringen, aber zumindest dem Frauchen ein wenig helfen, Routine zu bekommen, dann tue ich mich mit ihr auch leichter.

Hier der Bewertungsbogen

Leistungsheft

Fotos gibt es leider nicht, es war kein Fotograf anwesend