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DCM = Diletative Kardiomyopathie

Herztumor (Herzbasistumor, Chemodektrom = Aortnwurzeltumor)

Eigentlich wollte ich davon überhaupt nichts erzählen. Aber es ist nun mal so! Irgendwann werde ich deshalb tot sein! Dann wird ein anderer Faltendackel diese Seiten hoffentlich weiterpflegen....

Es war zwischen Weihnachten und Silvester 2006. In der Nacht vom 27.12. zum 28.12. war ich etwas unruhig und ich wechselte meinen Schlafplatz. Frauchen machte Licht und bemerkte wohl, dass ich etwas schneller atmete. Ausserdem musste ich zweimal würgen als hätte ich was im Hals. Deshalb gingen wir am nächsten Tag zum Tierarzt (Willi). Der hörte mich ab. Frauchen wurde plötzlich kreidebleich, als Willi mich abgehört hatte und mit ihr sprach. Danach bekam ich so komische Klemmen an meine Beine und musste brav still stehen. Dann legten sie mich auf einen Tisch und berührten mich mit so einem komischen Gerät. Na ja, das waren wohl so Untersuchungen, um den Verdacht, denn der Tierarzt beim Abhören hatte, zu bestätigen.

Frauchen war auf jeden Fall fix und fertig und heulte in den nächsten Tagen sehr oft. Mir selbst war ziemlich komisch. Ich war ganz müde.

Also ich sag es mal einfach so. Ich bin schwer herzkrank. Die Krankheit heißt DCM und bedeutet, dass ich ein vergrößertes Herz habe, das nicht mehr richtig arbeitet. Eine typische Krankheit für uns Faltendackel. Auch Hugo, mein Kumpel (der Faltendackel vom alten Herrchen) hatte diese Krankheit. Bei ihm ist sie aber viel später erkannt worden, als jetzt bei mir. Frauchen lässt mich und Berta ja auch regelmässig darauf untersuchen. Im März 2006 wurde ich das letzte Mal untersucht. Da war ich kerngesund.

Nun bin ich also herzkrank. Im Januar und im April fuhr Frauchen mit uns zu Prof. Wess nach München ( http://www.tierkardiologie.lmu.de ). Er soll wohl einer der besten Kardiologen Deutschlands sein. Auch dort kam ich wieder auf so einen komischen Tisch. Es tat aber gar nicht weh und ich hatte gar keine Angst. Frauchen war ja auch dabei. Beim zweiten Mal im April war auch Astrid, meine Pflegemama und die Huutchi mit dabei. Während ich auf dem Tisch lag, hab ich immer wieder mal zu Huutchi geschaut. Die war aufgeregter als ich.

Seit dem 28.12.06 bekomme ich nun viele Medikamente (Vetmedin, Lanitop, Ramipril, Taurin, L-Carnitin, Q10 und 3 verschiedene homöopathische Mittel). Damit geht es eigentlich gut. Die Müdigkeit der ersten Tage ist vorbei, sie kam wohl von Umstellung auf die Medikamente. Frauchen versucht nun, alle Aufregungen von mir fernzuhalten, damit mein Herz noch lange durchhält. Obedienceprüfungen wird es deshalb auch keine mehr geben. Die Ergebnisse vom April waren auf jeden Fall nicht schlechter als die vom Januar. Berta hat bisher nichts am Herzen. Doch das Heimtückische ist, dass es sich schnell ändern kann, deshalb wird Frauchen auch Berta regelmässig spätestens alle 6 Monate genauer untersuchen lassen.

Es war schon so, dass ich nicht mehr ganz so lebhaft war, wie früher, aber das ist ja nichts ungewöhnliches. Man wird ja langsam älter und vernünftiger. Also im Oktober bei der letzten Obedienceprüfung merkte man jedenfalls nichts von einem starken "Leistungsverlust", wie es so schön heißt. Ich hab zwar nur ein "sehr gut" bekommen, das lag aber eher an dieser strengen bayerischen Richterin, zumindest meint das Astrid, meine Pflegemama....

Sowohl Willi, als auch Prof. Wess aus München sagen, dass man normalerweise nicht länger als 1 Jahr mit dieser Krankheit überlebt. Manche Hunde fallen einfach tot um, andere schlafen ein und wachen nicht mehr auf. Leider aber bekommen die meisten Wasser in die Lunge....

Auch wenn mir jetzt nicht mehr viel Zeit bleibt, geht es mir trotzdem bisher noch gut. Frauchen verwöhnt mich ziemlich. Ich darf wesentlich mehr als früher und werde viel, viel mehr beschmust. So könnte es bleiben, wenn es nach mir (und auch nach Frauchen) ginge....

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Stand 26.12.07

Nun lebe ich seit fast einem Jahr mit dieser Krankheit. Jetzt - im Winter - geht es mir damit sehr gut. Ich kann 1 - 2 Stunden spazierengehen. Natürlich darf ich nicht mehr so viel toben und rennen. Aber das liegt nicht nur am Herzen, sondern auch an den Arthrosen in meinen Gelenken, vor allem links vorne im Ellenbogen. Vor eingen Wochen tat mir das Bein doch arg weh und Frauchen gab mir Schmerzmittel. Doch nach ca. 10 Tagen wurde mir kotzübel, vermutlich einfach zu viel Medis (Herz und Schmerzmittel). Frauchen setzte sie wieder ab, aber da war es auch schon viel besser.

Frauchen fährt mit mir nach wie vor alle paar Monate zum Herzspezialisten. Im August hat Frauchen einen Riesenschreck gekriegt, denn da stellten die Experten in München fest, dass meine Herzfrequenz wieder viel zu hoch war, ca. 200 pro Minute, normal ist 80, bei herzkranken Hunden kann bis zu 120 akzeptiert werden. Ich bekam ein 24-Stunden-EKG (Holter-EKG) verpasst. Das Ding wird auf den Rücken geklebt, die Saugnäpfe mit den Elektroden mit Klebeband abgedeckt (siehe Bilder). Frauchen fuhr am 22.8. völlig depremiert nach Hause. Der Sommer 07 war nicht sehr warm. Ich konnte mich eigentlich nicht beschweren. Daran kann es nicht gelegen haben. Am nächsten Tag fuhr Frauchen mit uns wieder nach München (also an 2 Tagen insgesamt 1000 km!!), damit ich das Ding wieder abgemacht bekam. Dann begann die Warterei. Erst nach 2,5 Wochen kam die Auswertung. Erst nach 4 Wochen kam das Ergebnis des Herzultraschalls. Die Kardiologen in München waren entweder nie zu erreichen oder vertrösteten uns. Meine Haustierklinik und auch mein Frauchen waren richtig sauer. So konnte erst nach 2,5 Wochen eine weiteres Medikament eingesetzt werden. Atenolol (37,5 mg pro Tag, abends), ein Betablocker! Damit ging es mir aber schnell besser. Normalerweise dosiert man langsam höher, aber nachdem diese eigentlich viel zu niedrige Dosis gut half, wurde sie nicht erhöht.

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Im Oktober fuhr Frauchen dann nicht mehr nach München, sondern zu Dr. Deinert, der in Wiesloch arbeitet. Da der Chef der dortigen Klinik 2002 Trudi fast umgebracht hat (http://trudi.leute.server.de/rest/horror.html), hatte Frauchen sich die ganze Zeit geweigert, dort hnizufahren, obwohl ihr Haustierarzt seit Monaten zu dieser Klinik riet. Meine Werte zeigten sich bei Dr. Deinert stabil, die Frequenz lag bei 130 pro Minute. Dr. Deinert verdoppelte die Dosis an Ramipril (nun 15 mg täglich, morgens), weil er sagte, dass man bei niedrigen Dosierung keinen wirkliche therapeutischen Wert erwarten könne. Er zeigte Frauchen, wie sie bei mir die Herzfrequenz selbst überprüfen kann. Das sollte sie täglich bzw. später 2x pro Woche machen. Bereits auf der Heimfahrt auf der Autobahn rief sie ihr Haustierarzt am Handy an, um ihr mitzuteilen, dass die Ergebnisse von Dr. Deinert schon angekommen seien. Also haben sie uns quasi überholte. Und München braucht dazu Wochen! Die nächste Untersuchung war am 19.12.07. Die Werte waren sogar leicht besser als im Oktober. Frauchen war überglücklich!!

November 2008

Nun habe ich diese DCM seit fast 2 Jahren. Eigentlich geht es mir noch immer gut. Aber seit September schleppt mich Frauchen noch öfter zu verschiednen Tierärzten und ich werde fast wöchentlich untersucht. O.k. ich kenn das ja und so habe ich damit kein Problem auf der Seite zu liegen und so einen komischen Ultraschallkopf (so heißt das Ding) an meiner Brust zu spüren. Frauchen war am 20. Oktober nach einer solchen Untersuchung total traurig und niedergeschlagen. Nun habe ich noch einen Tumor am Herzen, einen sogenannten Herzbasistumor, genauer ein Chemodektom bzw Aortnwurzeltumor. Dadurch sammelt sich Wasser im Herzbeutel und im Thorax. Einmal wurde ich deshalb gepickst, da haben sie den Herzbeutel punktiert. Das war nicht besonders angenehm, am schlimmsten war, dass ich die ganze Zeit sitzen musste und das dauerte. Zwischendurch liefen wir draußen rum und dann wurde ich wieder gegigst, insgesamt 3 x.

Frauchen hat sich mit mehreren Tierärzten unterhalten, sogar ins Forum der Münchner Herzspezialisten (wo wir anfangs hingefahren sind) mehrere Fragen gestellt. Der Wieslocher Spezialist wollte mich operieren. Er meinte, wenn man in den Herzbeutel ein Loch schnippelt, habe ich ein Problem weniger...Frauchen hat sich dagegen entschieden, denn alle anderen Tierärzte bei uns und auch die Fachleute des Münchner Kardiolgieforum rieten ab oder waren zumindest sehr skeptisch.